Shopping in Adama

Konrad begutachtet das Holzangebot

Unser erstes Projekt wird der Bau von Bänken und Tischen für die Schüler sein. Es sollen auch Regale angefertigt werden, um eine kleine Bibliothek einrichten zu können. Um das Material dafür einzukaufen, waren wir auf Shopping-Tour in Adama. Baumärkte europäischer Bauart gibt es nur in der Hauptstadt – hier in Adama werden die einzelnen Produkte in kleineren Geschäften verkauft. Oder wie im Fall von Holz direkt vom Sägewerk.

Bretter direkt aus der Holzmanufaktur

Wir suchen die passenden Bretter aus und eine Rückwand für die Kücheneinrichtung aus Hartfaserplatte, werden die benötigten Maße aber erst durchgeben, wenn die Werkplanung fertiggestellt ist und Konrad eine Holzliste erstellt hat. Die Bretter werden dann passend zugeschnitten auf die Baustelle geliefert. So ist zumindest der Plan.

Wir besprechen die beste Vorgehensweise

Auf unserer Liste stehen aber noch Holzleim, Schrauben, Schmiermittel  und Dübel. Dazu ziehen wir weiter auf der Straße der Handwerker und finden einen kleinen Shop, der schon einige Dinge unserer Wunschliste im Angebot hat.

Kleiner Shop mit großem Angebot

Schließlich finden wir auch noch Schleifpapier in verschiedenen Stärken, das wir zur Sicherheit auch noch mit einpacken. Auf dem Weg zurück zum Auto fällt uns noch ein interessanter Laden mit vergleichsweise großem Angebot ins Auge. Hier können wir unsere Liste endgültig abhaken, denn wir finden Dübel und WD 40, sodass der Umsetzung nun nichts mehr im Wege steht.

Ein Shop mit ziemlich großem Angebot

Erste Eindrücke aus Äthiopien

Unsere derzeitige Unterkunft: Die Safari Lodge mitten in Adama

Wir sind gut in Adama angekommen, dem „Basecamp“ unserer Unternehmung. Bereits am ersten Tag haben wir gelernt, dass in Äthiopien die Uhren im sprichwörtlichen Sinne anders ticken.

Die Äthiopier leben nach dem Julianischen Kalender (wir nutzen den gregorianischen), sodass sie derzeit im Jahr 2011 leben. Der Jahresanfang war am 11. September und hier ist nun der zweite Monat des Jahres angebrochen.

Das hat für uns keine praktische Relevanz, jedoch die andere Art Uhrzeiten anzugeben, um so mehr. In Äthiopien beginnt der Tag mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr und endet dementsprechend auch 24 Stunden später. Die Frühstückszeit in unserer Lodge war somit von 1:30 – 4:30 h angegeben, in unserer Zeitrechnung also von 7:30 – 10:30 Uhr. Nur gut, dass Woudineh uns das gleich erklärt hat, sonst wären wir wirklich dauerhaft verwirrt gewesen.

Europäische und äthiopische Uhrzeiten

Inzwischen haben wir auch unsere Baustelle besichtigt. Da kein Allrad-Fahrzeug aufzutreiben war, sind wir mit einer dreirädrigen Motorrikscha mit 5 Personen und einem 20-kg-Rucksack ins Outback gefahren.

Unser Taxi nach Hadha

Die Straßen sind eigentlich nicht als solche zu bezeichnen. Man sieht, dass hier in der Regenzeit Wassermassen durchströmen und durch den vulkanischen Untergrund gibt es auch teilweise sehr feste Strukturen, die mit der beladenen Rikscha nicht überwunden werden konnten. Da hieß es aussteigen, laufen oder ab und zu auch mal schieben.

Der Weg zur Schule

Wir haben diese erste Fahrt genutzt, um einen Rucksack voll Werkzeug zu transportieren, sodass wir beim „richtigen Umzug“ nicht so viel Gepäck haben. Vor Ort konnten wir uns dann auch ein Bild vom Baufortschritt machen und besprechen, welche Arbeiten als nächstes durchgeführt werden sollten.

Als nächstes werden wir die notwendigen Baumaterialien beschaffen – eine Einkaufsliste haben wir schon angefertigt.

 

Es geht los!

Beispielbild

Unsere Reisetaschen und Rucksäcke sind gepackt und in weniger als einer Stunde geht es Richtung Bahnhof – es ist jetzt 15:37 Uhr. Unser Flug geht um 22:05 Uhr und wir sind schon ein bisschen aufgeregt.

Klappt es mit unserem Gepäck, mit den Werkzeugen in den Reisetaschen? Werden unsere Solarpanels die Reise unbeschadet überleben? Bekanntlich werden die Gepäckstücke nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst.

In spätestens 24 Stunden wissen wir mehr, wenn wir alle Dinge auspacken und    in Augenschein nehmen können. Bis dahin bleibt es spannend. Bis später dann vom afrikanischen Kontinent.

Schulbau gegen Menschenhandel?

Quelle: Trafficking in Persons Report 2018

Menschenhandel ist ein weltweites Problem. Über 27 Millionen Menschen leben in Unterdrückung, Ausbeutung und Sklaverei. Und das, obwohl die Sklaverei doch lange abgeschafft wurde, oder?

Da sind die Kinder, die in Ghana auf dem Volta-See zur Fischerei gezwungen werden. Anstatt zur Schule zu gehen. In Indien als Kinder von Sklaven nichts Anderes kennen, als in Lehmgruben Backsteine zu brennen. Anstatt zur Schule zu gehen. Die in Haiti als Haussklaven in einer fremden Stadt arbeiten müssen, damit ihre Familie ihre übrigen Geschwister überhaupt durchbringen kann. Anstatt zur Schule zu gehen.

Und es gibt die unzähligen Menschen, die mangels besseren Wissens den Versprechungen nach einem besseren Leben glauben und sich in ein anderes Land aufmachen, um dort den vielversprechenden Job anzunehmen. Und statt dessen in ein Bordell zur Zwangsprostitution verschleppt werden, als Zwangsarbeiter auf einer Baustelle in der Wüste landen oder sich als Haussklave in einer riesigen europäischen Stadt wiederfindet.

Wer mich etwas besser kennt weiß, dass mich dieses Thema schon länger beschäftigt. Ich bin Mitglied bei einigen NGOs hier in Deutschland und habe als erste Informationsmöglichkeit eine Website aufgesetzt. Unter www.rose-project.eu kann man sich einen ersten Eindruck zu diesem Thema verschaffen und bekommt einen Überblick, welche Organisationen in Deutschland und Europa aktiv sind, um dieses himmelschreiende Unrecht zu adressieren, Betroffenen zu helfen und Sklaverei ein für alle Mal auszumerzen.

Für mich hat der Bau einer Schule viel damit zu tun, junge Menschen vor genau diesen Gefahren zu schützen. Bildung ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Schlüssel, um das Leben selbstbestimmt und wirtschaftlich unabhängig bestreiten zu können. Und Schule muss auch der Ort sein, wo über diese Gefahren aufgeklärt wird und junge Menschen das Wissen vermittelt bekommen, um bewusste Entscheidungen treffen zu können.

Darum ist Schulbau für mich auch ein Beitrag gegen Menschenhandel, Sklaverei und Unterdrückung.

Quelle: Walk for Freedom Frankfurt

Mit dem Schweigemarsch „Walk for Freedom“ haben wir am 20. Oktober auf der ganzen Welt in hunderten von Städten deutlich gemacht, dass Sklaverei nach wie vor existiert. Ganz in schwarz gekleidet haben wir z. B. in Frankfurt mit zugeklebten Mündern denen eine Stimme geben wollen, von deren Existenz die meisten Menschen noch nicht einmal etwas ahnen.

Wenn du dich auch in die Gruppe derer einreihen möchtest, die gegen diese Ungerechtigkeit aufstehen, dann merke dir den 19. Oktober 2019 vor – in 25 Städten in Deutschland hast du die Möglichkeit, Schritt für Schritt etwas zu bewirken.

Die „Walk for Freedom“-Gruppe in Frankfurt kurz vor dem Start – Quelle: Walk for Freedom, Frankfurt

Unser Visionboard

Ein Visionboard ist ein Tool mit dem man die eigenen Ziele besser im Blick behalten kann. Durch eine Collage von Bildern, Stichworten und positiven Aussagen werden die eigenen Ziele definiert und entsprechend angeordnet. Wenn man diese immer vor Augen hat und visualisiert, fällt es leichter, motiviert zu bleiben und kontinuierlich an der Erreichung zu arbeiten.

Diese Anwendung haben wir für unsere Reise nach Äthiopien etwas angepasst, da wir bereits sehr motiviert waren/sind und schon in die konkrete Umsetzung gegangen sind.

Wir haben dazu eine historische Straßenkarte aus den 60er Jahren verwendet, die mir meine Eltern zur Verfügung gestellt haben. Die Karte sieht bei näherem Hinschauen aus wie handgezeichnet (episch!) und ermöglicht eine Zeitreise in die Vergangenheit. Einige Ortschaften haben inzwischen andere Bezeichnungen erhalten und das Straßennetz ist natürlich inzwischen deutlich stärker ausgebaut.

Für unsere „Visionskarte“ haben wir Bilder der Schule, der äthiopischen Kinder, unser Flugticket, Bahnticket, Visa etc. auf der Karte platziert und unseren Zielort gekennzeichnet. Diese Karte hängt seit vielen Monaten bei uns im Wohnzimmer und wir haben sie somit täglich im Blick. Wenn neue Informationen oder Abbildungen hinzukommen, werden sie ergänzt und die Karte bleibt somit sehr lebendig. Für uns ist es eine schöne Möglichkeit, unsere Reisevorbereitungen abzurunden.

Habt ihr auch schon mit Visionboards gearbeitet? Schreibt eure Erfahrungen gern in die Kommentare.

 

Wäsche waschen auf Reisen

Heute ist ein weiteres Utensil zu unserer Packliste gestoßen: Das Waschmittel in der Tube. Denn was ist eine Faltschüssel ohne ein geeignetes Reinigungsmittel? Beim Blick auf den Preis (3,99 € für 125 ml) musste ich dann aber doch etwas stutzen. Das ist ja weitaus teurer als jeder gute Schweizer Käse – ob das sein muss?

Nebenan im Regal waren alternative Waschmittel aufgereiht: Kernseife wie sie wahrscheinlich noch meine Großmutter benutzt hat. Ob man damit auch die Kleidung sauber bekommt?

Leider war ich nicht spontan genug, mich für die Kernseife zu entscheiden. Zuhause habe ich dann recherchiert, wie man mit Kernseife Wäsche waschen kann. Neben der Kernseife muss nämlich noch Soda oder Natron verwendet werden. Die Kernseife wird zuvor feingerieben und mit der zweiten Zutat im Verhältnis 1:1,5 vermengt. Und schon hat man ein einsatzfähiges Waschpulver für unempfindliche Kleidungsstücke.

Vorteil: Leichter, weniger Verpackung und deutlich günstiger. Ist vorgemerkt für eine der nächsten Reisen!

Fit für Äthiopien

Alles dabei gegen kleine und kleinste Plagegeister

Vor der Reise steht erst einmal die Konsultation eines Arztes an. Es sind einige Fragen zu klären:

  • Benötigen wir eine Malaria-Prophylaxe?
  • Welche Impfungen sind empfohlen?
  • Mit welchen Medikamenten sollten wir uns ausstatten?

Da Hadha auf knapp 2.000 m über NN liegt, werden wir keine Malaria-Prophylaxe einnehmen – ein Umstand, den wir sehr begrüßen. Nichts desto trotz werden wir uns mit Repellents, langer Kleidung in hellen Farben und einem imprägnierten Moskitonetz vor den Besuchern schützen, die nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sind.

Neben den Standardimpfungen wurde uns Hepatitis A und B sowie Typhus empfohlen. Ich habe leider die Empfehlung der Arzthelferin nicht befolgt und die Injektionsstelle an meinen Armen (Hepatits B und Typhus pro Seite) nicht mit einem Kühlakku behandelt. Dementsprechend habe ich mir auch eine Nacht um die Ohren geschlagen, da ich somit auf keiner Seite richtig gut liegen konnte. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Ansonsten habe ich die Impfungen gut vertragen.

Die zusätzlich empfohlenen und auch verschriebenen Medikamente beschäftigen sich hauptsächlich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Verschiedene Schweregrade sollen damit abgedeckt werden. Am liebsten wäre uns, wir würden sie unbenutzt wieder mitbringen.

Weiterhin werde ich noch etwas „Notfallzubehör“ im Gepäck haben: Spritzen, Kanülen, Wundgel, Infusionsbesteck und selbstverständlich Desinfektionsmittel für Haut, Hände, Gegenstände, Oberflächen… einfach alles. Drei Wochen vor dem Start werden wir beginnen ein Präparat mit „guten“ Darmbakterien zu nehmen, damit diese nützlichen Gesellen schon mal die Oberhand haben. Mehr können wir vermutlich nicht tun.

Und vor Ort heißt es dann: peel it, cook it or forget it – schäl es, koch es oder vergiss es! Mal schauen wie kompatibel diese Regel mit der äthiopischen Gastfreundschaft ist…

 

Die erwähnten und abgebildeten Produkte habe ich selbst gekauft und keiner der Hersteller hat diesen Post gesponsert. Alle Angaben stellen meine persönliche Meinung dar.

Mehr Sonne!

Werkzeuge, Kommunikation, Stirnlampen und Akkus – gespeist mit dem Solarpanel

Unser Plan für die Zeit im Dorf ohne verlässliches Stromnetz: Solarpanel (auf dem Bild im Vordergrund)! Bereits während meiner Reise in die Negev-Wüste (Israel) hatte ich mich mit diesem faltbaren Solarpanel und einer Powerbank ausgestattet. Wir konnten damit drei Phones und zwei iPads problemlos aufladen. Dieses Teil hat sich also bereits bewährt und soll uns über die stromlosen Zeiten hinweghelfen.

Wir wollen damit unsere Stirnlampen, Tablets/Phones, den Akkuschrauber, die Akkus für den Fotoapparat und das MacBook aufladen. Um die passende Stromversorgung für den Mac bereitstellen zu können, muss allerdings noch eine leistungsfähigere Powerbank beschafft werden. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil die Powerbanks die reinsten Einbahnstraßen sind: entweder sie werden geladen oder man kann Strom entnehmen.

Vielleicht können wir auch den Generator im Dorf benutzen – mit dem passenden Adapter wohlgemerkt. Nach wie vor gibt es ja noch Papier und Tinte, die für spontane Eingebungen und Tagesberichte genutzt werden können. Wir werden jedoch unsere Pässe, Tickets, Impfausweise etc. in einer Cloud speichern und damit auf funktionierende Geräte hinarbeiten.

Schon interessant, welche Überlegungen man da anstellt – manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass manches in der „analogen“ Welt unkomplizierter war. Geht es euch auch so?

Für die WLAN-freie Zone planen wir, eine Datenkarte des äthiopischen Mobilfunks zu nutzen  – die Praxis wird zeigen, ob dies eine realisierbare Möglichkeit ist.

Auf jeden Fall macht es Spaß sich zu überlegen, wie man die gewohnte „Ausrüstung“ auch außerhalb unseres gewohnten Umfelds nutzen und sicherstellen kann – unsere nächsten Gedanken kreisen nun darum, wie wir die ganze Technik unbeschadet in unserem Gepäck transportieren können. Wie wäre es mit einem „Tuppertopf“ für das Solarpanel!?

Sonntagnachmittag: Making-of

Die erwähnten und abgebildeten Produkte habe ich selbst gekauft und keiner der Hersteller hat diesen Post gesponsert. Alle Angaben stellen meine persönliche Meinung dar.

Darf ich vorstellen: Woudineh

Heute möchte ich euch mit unserem Kontakt vor Ort bekanntmachen. Woudineh ist in Hadha geboren und eines von zwölf  Kindern. Gegen den Willen seiner Eltern besucht er eine Schule (1 Stunde Schulweg pro Richtung) und schafft es schließlich, für ein Studium in die USA zu gehen. Heute lebt er mit seiner Frau und 3 Kindern in Addis Abeba.

Er ist der Initiator des Schulbaus in Hadha, weil es ihm immer ein Anliegen war, die Bedingungen in seinem Dorf zu verbessern. Dafür hat er eine äthiopische NGO  (non-governmental organization) gegründet: RISE.

Logo der äthiopischen NGO „RISE“

 

Die gemeinnützige Organisation wickelt alle Vorgänge rund um Schulbau, Krankenstation und Wasserprojekt ab. So ist die notwendige Transparenz gewährleistet und durch kurze Wege kommt die Hilfe ohne Umwege direkt vor Ort an.

Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck über die Umgebung des Dorfes.

Bildnachweis: ora kinderhilfe, Berlin

Nur noch 5 Wochen!

Unsere Abreise rückt näher und die Vorfreude und Aufregung steigen exponentiell! Wir haben unsere Reisetaschen und Rucksäcke hervorgeholt und festgestellt, dass unsere vorhandenen Schlafsäcke beim besten Willen nicht mitfliegen dürfen. Sie sind für Autoreisen konzipiert und einfach zu voluminös. Also haben wir beim Outdoor-Händler unseres Vertrauens Exemplare mit möglichst geringen Außenabmessungen geordert – jetzt passt es!

Welche Größe ist die Richtige? Qual der Wahl beim Faltschüssel-Kauf

Weitere Ausrüstungsgegenstände werden eine Faltschüssel sein, spezielle Haken für knotenlose Verbindungen (z. B. für das Moskitonetz, eine Wäscheleine u. ä.), Reepschnüre in unterschiedlichen Stärken und natürlich mindestens ein Leatherman – das Universalwerkzeug unter den All-in-one-Taschenmessern.

Damit dürften die meisten Situationen zu meistern sein – aus jetziger (europäischer) Perspektive…