Fit für Äthiopien

Alles dabei gegen kleine und kleinste Plagegeister

Vor der Reise steht erst einmal die Konsultation eines Arztes an. Es sind einige Fragen zu klären:

  • Benötigen wir eine Malaria-Prophylaxe?
  • Welche Impfungen sind empfohlen?
  • Mit welchen Medikamenten sollten wir uns ausstatten?

Da Hadha auf knapp 2.000 m über NN liegt, werden wir keine Malaria-Prophylaxe einnehmen – ein Umstand, den wir sehr begrüßen. Nichts desto trotz werden wir uns mit Repellents, langer Kleidung in hellen Farben und einem imprägnierten Moskitonetz vor den Besuchern schützen, die nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sind.

Neben den Standardimpfungen wurde uns Hepatitis A und B sowie Typhus empfohlen. Ich habe leider die Empfehlung der Arzthelferin nicht befolgt und die Injektionsstelle an meinen Armen (Hepatits B und Typhus pro Seite) nicht mit einem Kühlakku behandelt. Dementsprechend habe ich mir auch eine Nacht um die Ohren geschlagen, da ich somit auf keiner Seite richtig gut liegen konnte. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Ansonsten habe ich die Impfungen gut vertragen.

Die zusätzlich empfohlenen und auch verschriebenen Medikamente beschäftigen sich hauptsächlich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Verschiedene Schweregrade sollen damit abgedeckt werden. Am liebsten wäre uns, wir würden sie unbenutzt wieder mitbringen.

Weiterhin werde ich noch etwas „Notfallzubehör“ im Gepäck haben: Spritzen, Kanülen, Wundgel, Infusionsbesteck und selbstverständlich Desinfektionsmittel für Haut, Hände, Gegenstände, Oberflächen… einfach alles. Drei Wochen vor dem Start werden wir beginnen ein Präparat mit „guten“ Darmbakterien zu nehmen, damit diese nützlichen Gesellen schon mal die Oberhand haben. Mehr können wir vermutlich nicht tun.

Und vor Ort heißt es dann: peel it, cook it or forget it – schäl es, koch es oder vergiss es! Mal schauen wie kompatibel diese Regel mit der äthiopischen Gastfreundschaft ist…

 

Die erwähnten und abgebildeten Produkte habe ich selbst gekauft und keiner der Hersteller hat diesen Post gesponsert. Alle Angaben stellen meine persönliche Meinung dar.

Mehr Sonne!

Werkzeuge, Kommunikation, Stirnlampen und Akkus – gespeist mit dem Solarpanel

Unser Plan für die Zeit im Dorf ohne verlässliches Stromnetz: Solarpanel (auf dem Bild im Vordergrund)! Bereits während meiner Reise in die Negev-Wüste (Israel) hatte ich mich mit diesem faltbaren Solarpanel und einer Powerbank ausgestattet. Wir konnten damit drei Phones und zwei iPads problemlos aufladen. Dieses Teil hat sich also bereits bewährt und soll uns über die stromlosen Zeiten hinweghelfen.

Wir wollen damit unsere Stirnlampen, Tablets/Phones, den Akkuschrauber, die Akkus für den Fotoapparat und das MacBook aufladen. Um die passende Stromversorgung für den Mac bereitstellen zu können, muss allerdings noch eine leistungsfähigere Powerbank beschafft werden. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil die Powerbanks die reinsten Einbahnstraßen sind: entweder sie werden geladen oder man kann Strom entnehmen.

Vielleicht können wir auch den Generator im Dorf benutzen – mit dem passenden Adapter wohlgemerkt. Nach wie vor gibt es ja noch Papier und Tinte, die für spontane Eingebungen und Tagesberichte genutzt werden können. Wir werden jedoch unsere Pässe, Tickets, Impfausweise etc. in einer Cloud speichern und damit auf funktionierende Geräte hinarbeiten.

Schon interessant, welche Überlegungen man da anstellt – manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass manches in der „analogen“ Welt unkomplizierter war. Geht es euch auch so?

Für die WLAN-freie Zone planen wir, eine Datenkarte des äthiopischen Mobilfunks zu nutzen  – die Praxis wird zeigen, ob dies eine realisierbare Möglichkeit ist.

Auf jeden Fall macht es Spaß sich zu überlegen, wie man die gewohnte „Ausrüstung“ auch außerhalb unseres gewohnten Umfelds nutzen und sicherstellen kann – unsere nächsten Gedanken kreisen nun darum, wie wir die ganze Technik unbeschadet in unserem Gepäck transportieren können. Wie wäre es mit einem „Tuppertopf“ für das Solarpanel!?

Sonntagnachmittag: Making-of

Die erwähnten und abgebildeten Produkte habe ich selbst gekauft und keiner der Hersteller hat diesen Post gesponsert. Alle Angaben stellen meine persönliche Meinung dar.

Darf ich vorstellen: Woudineh

Heute möchte ich euch mit unserem Kontakt vor Ort bekanntmachen. Woudineh ist in Hadha geboren und eines von zwölf  Kindern. Gegen den Willen seiner Eltern besucht er eine Schule (1 Stunde Schulweg pro Richtung) und schafft es schließlich, für ein Studium in die USA zu gehen. Heute lebt er mit seiner Frau und 3 Kindern in Addis Abeba.

Er ist der Initiator des Schulbaus in Hadha, weil es ihm immer ein Anliegen war, die Bedingungen in seinem Dorf zu verbessern. Dafür hat er eine äthiopische NGO  (non-governmental organization) gegründet: RISE.

Logo der äthiopischen NGO „RISE“

 

Die gemeinnützige Organisation wickelt alle Vorgänge rund um Schulbau, Krankenstation und Wasserprojekt ab. So ist die notwendige Transparenz gewährleistet und durch kurze Wege kommt die Hilfe ohne Umwege direkt vor Ort an.

Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck über die Umgebung des Dorfes.

Bildnachweis: ora kinderhilfe, Berlin

Nur noch 5 Wochen!

Unsere Abreise rückt näher und die Vorfreude und Aufregung steigen exponentiell! Wir haben unsere Reisetaschen und Rucksäcke hervorgeholt und festgestellt, dass unsere vorhandenen Schlafsäcke beim besten Willen nicht mitfliegen dürfen. Sie sind für Autoreisen konzipiert und einfach zu voluminös. Also haben wir beim Outdoor-Händler unseres Vertrauens Exemplare mit möglichst geringen Außenabmessungen geordert – jetzt passt es!

Welche Größe ist die Richtige? Qual der Wahl beim Faltschüssel-Kauf

Weitere Ausrüstungsgegenstände werden eine Faltschüssel sein, spezielle Haken für knotenlose Verbindungen (z. B. für das Moskitonetz, eine Wäscheleine u. ä.), Reepschnüre in unterschiedlichen Stärken und natürlich mindestens ein Leatherman – das Universalwerkzeug unter den All-in-one-Taschenmessern.

Damit dürften die meisten Situationen zu meistern sein – aus jetziger (europäischer) Perspektive…

 

In welcher Gegend liegt eigentlich Hadha?

 

Hadha liegt auf einer Höhe von ca. 1.960 m über NN südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba. Der Ort befindet sich direkt im Bereich des ostafrikanischen Grabens, umgeben von Vulkanen – auf der Karte als Dreiecke gekennzeichnet. Für die Hobbygeologen interessant, dass der ostafrikanische Graben Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist, der sich von Syrien durch das Tote Meer bis nach Ostafrika erstreckt. Er ist während der letzten 35 Mio. Jahre durch die Kräfte der Plattentektonik entstanden, die für die Abspaltung der afrikanischen von der arabischen Platte gesorgt haben.

Quelle: Wikipedia

Die Hochebene auf der sich Handha befindet, besteht aus einer 1 – 2 km dicken Lavaschicht. Von den Vulkanen dort ist keiner in den letzten 100 Jahren aktiv gewesen oder es sind zumindest keine Aktivitäten dokumentiert worden. Die aktiven Vulkane Äthiopiens befinden sich in den Danakil-Senke, die an das Rote Meer angrenzt. Diese werden wir auf unserer Reise wohl nicht sehen.

Nur ca. 40 km Luftlinie von Hadha entfernt gibt es heiße Quellen und 80 km südwestlich erreicht man den ersten von einer ganzen Reihe von Seen im Rift Valley, die sich im Graben bis nach Kenia erstrecken.

Mit Ende Oktober/November haben wir uns eine günstige Reisezeit ausgesucht. Es sind kaum Niederschläge zu erwarten und die Temperatur liegt zwischen  10 ° C nachts und 28 ° C tagsüber. Die große Regenzeit ist vorbei und die Zufahrtswege dürften passierbar sein. Der nächst größere Ort ist Adama, eine Stadt mit über 200.000 Einwohnern. Sie liegt direkt an der asphaltierten Hauptstraße, die u. a. nach Addis Abeba führt. Hier gibt es eine ganze Reihe von Hotels und Unterkünften.

Unsere erste Nacht werden wir in der Safari-Lodge Adama verbringen, die wir über booking.com reserviert haben. Ob wir die folgenden dreieinhalb Wochen dann direkt in Hadha übernachten werden wir spontan vor Ort entscheiden, nachdem wir unsere Baustelle in Augenschein genommen haben.

Die Eintrittskarte für ÄTHIOPIEN oder: wie man am schnellsten ein Visum erhält

Der Weg zum Visum hat mich zuerst auf die Seite des Auswärtigen Amts geführt. Dort wird genau beschrieben, welche verschiedenen Arten von Visa es gibt und wie man dieses beantragen kann. Seit Anfang Juli gibt es nun auch die Möglichkeit, das Visum elektronisch zu beantragen. Diese Möglichkeit ist mir doch deutlich sympathischer, als meinen Pass per Post in der Republik hin und her zu senden. Auch die direkte Beantragung bei der äthiopischen Botschaft in Berlin ist keine Option.

Ich folge also dem Link auf der Seite des Auswärtigen Amtes und lande bei der äthiopischen Website für die Beantragung.

Auf dieser Seite wird auch vor „inoffiziellen“ Websites für die Ausstellung von eVisa gewarnt – ob diese Warnungen berechtigt sind oder nicht – ich möchte es nicht ausprobieren.

Also durchlaufe ich alle Seiten und fülle fleißig die Felder für ein 30tägiges Touristenvisum aus. Bereits auf der Startseite wird man darauf hingewiesen, dass ein Passbild und der Pass als Datei bereitgehalten werden muss und eine Bearbeitungszeit von 3 Tagen erwartet werden kann. Der Seitenaufbau und die Abfrage ist problemlos. Beim Hochladen der Dateien werde ich informiert, dass diese nur 2 MB groß sein dürfen. Dies ist mein einziger Kritikpunkt an dem gesamten Ablauf, denn diese Info gehört nach meiner Vorstellung auf die Startseite. Jetzt muss ich meine Dateien erstmal anpassen. Als das geschehen ist, läuft der restliche Ablauf förmlich wie von selbst.

Die Bezahlung (52 US$) wird über die Kreditkarte abgewickelt. Bei dem zweiten Visumsantrag habe ich schon richtig „Routine“. Ich gebe alles ein und… bin gespannt.

Wenige Minuten später habe ich eine Bestätigung über den Antrag und die Belastung der Kreditkarte in meinem Mail-Postfach.

Bereits am nächsten Morgen um 6:30 Uhr habe ich bereits das Visum – die „Eintrittskarte“ – im Postfach. Jetzt nur noch ausdrucken und zu den Reiseunterlagen legen. Einfacher geht es nicht. Ich kann diese Form des Visumantrags jedem empfehlen, die einzige Einschränkung ist, dass man dieses Visum nur nutzen kann, wenn man über den Flughafen Bole in Addis Abeba einreist.

Vor einigen Tagen erreichte uns auch die Nachricht, dass die Registrierung von Mobiltelefonen bei Kauf einer Telefonkarte abgeschafft wurde. Ein weiterer Pluspunkt für einen problemlosen Aufenthalt im Land.

Unsere Vorfreude wächst und wir werden nächste Woche mit unserem Kontakt telefonieren, um noch einige offene Fragen zu unserem Einsatz zu klären.

Feiern und Gutes tun – eine schöne Kombination

Knapp 25 Kollegen aus verschiedenen Bereichen haben vergangene Woche die Gelegenheit genutzt, nicht nur geschäftlich, sondern auch privat „zusammenzuarbeiten“. Da wurden leckere Salate hergestellt, Desserts kreiert, Tische dekoriert und der Grill bestückt.

Nach zwei Regenschauern (endlich regnet es!) wurden Fleisch, Würstchen und Käse gegrillt und die leckeren Salate genossen. Mit gut gekühlten Getränken und mitgebrachtem Eis war der Abend ein voller Erfolg. Bei manchem wurden Kindheitserinnerungen wach, als der Hula-Hoop-Reifen herumgereicht wurde und jeder seine Fähigkeiten testen konnte.

Warum berichtete ich davon? Vom zusammengelegten Kostenbetrag blieb noch Einiges übrig und alle Teilnehmer waren sich einig, den Betrag für die Schule in Hadha zu spenden. So konnten 100 € an ora kinderhilfe überwiesen und damit in die Bildung von Kindern investiert werden.

Kaffeetrinken für Äthiopien

Das hört sich erstmal wiedersprüchlich an: Der Blog heißt TEE und Tinte und ich schreibe hier über Kaffeetrinken. In der Tat ist es aber so, dass für mich nach dem Mittagessen ein guter Espresso dazu gehört. Ich versuche dabei immer Kaffee zu kaufen, der möglichst fair gehandelt ist.

Beim letzten Einkauf bin ich dabei auf einen der fairsten Kaffees gestoßen: Solino Espresso. Dieser Kaffee wird vom Anbau bis zum Versand in Äthiopien  hergestellt und das ist deswegen so besonders, weil viele Fairtrade-Kaffees grün von den Kaffeebauern bezogen und erst im Vertriebsland geröstet werden. Das ist bei Solino anders: Anbau, Ernte, Röstung, Verpackung und Labeldesign finden in Äthiopien statt – also die gesamte Wertschöpfungskette. Das bringt Arbeitsplätze und Perspektive in eines der ärmsten Länder der Erde.

Ich habe mir mal gleich zwei Packungen bestellt. Vom guten Geschmack hatte ich mich vor einiger Zeit schon mal mit einer Probe überzeugt. Über Solino kann man sich auch direkt auf der deutschsprachigen Website www.solino-coffee.com informieren – und auch gleich Kaffee bestellen. Dazu sage ich nur: Gefällt mir!

Das erwähnte Produkt habe ich selbst gekauft und der Hersteller hat diesen Post nicht gesponsert. Alle Angaben stellen meine persönliche Meinung dar.

Mehr zum Schulbau in Äthiopien

 


Der Schulbau in Adama wird von der Organisation ora-kinderhilfe unterstützt. Auf diesem Flyer gibt es Informationen zum Projekt, welche Ausstattung die Schule und das Dorf noch benötigen und welcher Betrag dazu notwendig ist.

Jeder noch so kleine und größere Betrag fließt direkt in den Schulbau ein und kommt somit den Kindern zugute.
Gerade die Investition in Bildung ist die Grundvoraussetzung für ein besseres Leben mit einer Grundversorgung, die für uns in Europa selbstverständlich ist.