Was weiterhin geschah…

Hochzeit

Es war immer auch das Konzept hinter dem Schulgebäude, nicht nur einen Ort für Bildung zu schaffen, sondern auch einen Mittelpunkt für das Dorf, um damit die Förderung der sozialen Kontakte zu ermöglichen. Schon bald nach unserer Abreise wurde dafür das Gelände gesäubert, begradigt wo notwendig und ein großes Zelt aufgestellt, um alle Gäste für die Hochzeit von Woudinehs jüngerem Bruder und seiner Frau beherbergen zu können. Das Gebäude diente dabei als zentrale Serviceeinheit, sodass bei strahlendem Wetter eine Zeit des Feierns und der Begegnung ermöglicht wurde.

Hochzeit in Hadha
Das Hochzeitspaar

Straßenbau

Ihr habt bestimmt noch die Bilder unserer „Anreise“ nach Hadha vor Augen: ausgewaschene Pfade, viel Geröll, Lavafelder und tiefe Furchen. Doch inzwischen sind Baumaschinen angerückt und haben 7,5 km der Strecke unter die Ketten genommen: Die Raupen haben begradigt und eine einheitlichere Oberfläche geschaffen, die nun ein komfortableres Fahren möglich machen sollen. Wir sind gespannt, ob diese Maßnahme von Dauer ist, denn die Regenzeit steht ja noch bevor. Da wird es sich zeigen, ob die Maßnahme so ausgeführt wurde, dass sich der Weg nicht wieder in ein Flussbett verwandelt und seine Furchen zieht. Allemal ist es jedoch ein weiterer Schritt, um die Verbindung in die nächste Stadt Adama zu erleichtern.

Der Straßenbau schreitet voran.

Alle Aktivitäten der Schule, des Straßenbaus und weitere angestoßene Projekte wurden auch von der örtlichen Regionsverwaltung besichtigt und entsprechend wertgeschätzt. Eine Delegation hat sich auf den Weg gemacht, um sich ein Bild vom Einsatz von RISE zu machen.

Logo von RISE
Die Aktivitäten in Hadha werden von offizieller Stelle besichtigt.

Das RISE-Team ist sehr erfreut, dass das Projekt Aufmerksamkeit von offizieller Seite erfährt. Inzwischen wurde auch eine Agrar-Initiative gestartet: die Pflanzung von Kaffeesträuchern, die in dieser Gegend heimisch sind und für die Dorfbewohner zu einer Einnahmequelle werden sollen. Für die nachhaltige Versorgung der Pflanzen ist eine Person aus dem Team benannt worden, die die Dorfbewohner anleitet, damit schon bald die ersten Bohnen geerntet werden können. Mit dieser Maßnahme soll mehr Eigeninitiative gefördert und die Abhängigkeit vom Teff-Anbau gemildert werden. Nebenbei tragen die Kaffeesträucher auch dazu bei, die Bodenerosion zu minimieren und auf lange Sicht Bodenfruchtbarkeit und -feuchtigkeit zu verbessern.

Das RISE-Team während des Besuchs der Regionsverwaltung. Außen mit weißen Jacken die beiden Lehrer.

Hadha auf dem Neujahrsempfang unserer Gemeinde

Wir waren sehr begeistert, dass wir unseren Aufenthalt in Äthiopien auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim vorstellen durften! Für 20 Minuten konnten wir die Zuhörer mit auf eine Reise in eine andere Welt entführen. Unsere Bilder haben einen guten Eindruck von dem vermittelt, was wir dort erlebt haben und wie wir dort zu der Schule etwas beitragen konnten.

Im Anschluss an die Veranstaltung haben uns viele Teilnehmer angesprochen und wir konnten mit unserem Prospektmaterial von ora Kinderhilfe für eine finanzielle Beteiligung werben. Auf besonderes Interesse ist auch unser mitgebrachtes Teff gestoßen. Einige Landwirte haben gestaunt, dass man so ein winziges Saatkorn anbauen kann und manch einer dachte, dass die Zwerghirse bereits gemahlen sei. So konnten wir gut ins Gespräch kommen und ein Stück Hadha nach Alheim importieren.

Beim Berichten wurden die Bilder für uns auch wieder ganz lebendig!
Wir haben unsere Zuhörer mit auf die Reise nach Äthiopien genommen.
Volles Haus beim Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim
Mit einem Präsentkorb hatten wir nun wirklich nicht gerechnet!

Alle Bilder von Matthias Bieber, Alheim-Sterkelshausen

Wir hoffen, dass daraus weitere Aktionen entstehen, da unsere Gemeinde schon viele Auszeichnungen für ihr Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien erhalten hat. Und was liegt da näher, als diese Form der Energiegewinnung auch in Regionen zu bringen, in denen Sonne und Wind frei verfügbare Ressourcen sind, die ganz erheblich zur Lebensqualität der Bewohner beitragen können.

Unser Projekt in der Presse

Wir waren sehr positiv überrascht, dass sowohl die lokale Presse als auch die Mitarbeiterzeitung meiner Firma über unser Äthiopien-Projekt berichtet haben. Bevor wir gestartet sind, hat die HNA (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine) einen Bericht verfasst und ebenfalls von unseren Eindrücke nach der Rückkehr berichtet. Unser Wunsch ist, dass sich dadurch einige Leser inspirieren lassen, das Projekt mit einer Geldspende zu unterstützen. Stichwort: Schule Äthiopien.

Den Beitrag in der Mitarbeiterzeitung könnt ihr hier einsehen, der Artikel der HNA ist online verfügbar.

Tapetenwechsel

Vom Team der NGO vor Ort (RISE) haben wir mit einem gemeinsamen Abendessen im Gartenrestaurant unseres Hotels Abschied genommen. Es wurden jede Menge Fotos gemacht und Kontaktdaten ausgetauscht. Anschließend ging es nochmal auf „Safari“. Im Schutz der Dunkelheit sind wir mit dem Auto ca. 200 Meter vom Hotel in eine dunkle Seitenstraße des Industriegebiets gefahren. Und wir hatten Glück! Wir konnten zwei Hyänen mit dem hellen Schein unserer Taschenlampen „verhaften“ und Fotos machen. Die Hyänen kümmern sich hier um die Entsorgung tierischer Überreste und sind für Menschen ungefährlich – solange man sich bewegt…

Die Hyäne bei Aufräumarbeiten

Am Montag sind wir aufgebrochen nach Debre Zeyit bzw. Bishoftu (zwei Namen für die selbe Stadt), einer 100.000-Einwohner-Stadt zwischen Adama und Addis Abeba. Die Stadt liegt direkt im Ostafrikanischen Grabenbruch und ist ein zaghaft touristischer Ort wegen der 5 Kraterseen, die den Besuchern ein ornithologisches Paradies bieten. Die Seen sind Bilharziose-frei und werden daher auch für verschiedene Wassersportarten genutzt. Bei einer Seehöhe von 1.920 Metern herrscht eine angenehme Temperatur, die ein üppiges Pflanzenwachstum hervorbringt. Man fühlt sich in ein gigantisches Gartencenter versetzt, das viele unserer beliebten Zimmerpflanzen in Baum- und Strauchhöhe präsentiert. Auch die Schildkröten haben hier beachtliche Ausmaße angenommen.

Zeitung lesen mit Schildkröte

Unsere Unterkunft liegt direkt am Babogaya-See und wir können bei herrlicher Aussicht die vielen verschiedenen Vögel direkt vor unserer Nase beobachten.

Mit dieser Aussicht lässt es sich herrlich entspannen

Am Dienstag ist Markttag in Debre Zeyit und wir wollen uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einen typisch äthiopischen Markt zu besuchen. Bilder erzählen bekanntlich mehr als viele Worte, daher seht selbst, was es dort zu erwerben gab:

Die Taxifahrer warten schon darauf, den Einkauf nach Hause zu transportieren

Kleidung geht immer…

Hier geben die Bohnen den Ton an

„Upcycling“ ernst genommen – die alten Reifen werden neuen Bestimmungen zugeführt

Auch deine Schuhgröße ist dabei

Und wenn der Magen knurrt… oder doch lieber zur Vervollständigung des Hühnerhofs?

Mit dem inzwischen bekannten dreirädrigen Taxi haben wir auch einen Ausflug zum Hora-See gemacht, ein 38 Meter tiefer Kratersee nur wenige Kilometer von unserer Lodge entfernt. Hier haben wir sogar Pelikane beobachten können und die bei Anglern weniger beliebten Kormorane.

Für mich der erste Pelikan in freier Wildbahn

Fischräuber im kleinen Schwarzen

Diese beiden haben sich anscheinend gerade nichts zu sagen

Eine Reise mit vielen verschiedenen und vor allem gegensätzlichen Eindrücken geht zu Ende. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen hier war auch in unserer Lodge bemerkenswert und es wurden wieder Kontaktdaten ausgetauscht. Mich hat sehr beeindruckt, wie fröhlich und beziehungsorientiert die Menschen hier sind, obwohl (oder weil?) sie materiell nur mit dem Nötigsten ausgestattet sind. Das hat mir wieder bewusst gemacht, dass unser Perfektionismus zwar sehr gute Ergebnisse liefert, auf der anderen Seite aber auch dafür sorgt, dass wir Probleme lösen müssen, die in anderen Gegenden der Erde noch nicht einmal bekannt sind. Ob ich etwas afrikanische Gelassenheit mit in meinen Alltag nehmen kann?

Abschied aus Hadha

Unsere Projekte in Hadha konnten wir in dieser Woche abschließen. Neben den bereits erwähnten Schränken haben wir die beiden Einbauregale fertiggestellt und sie können nun u. a. für die Materialien der Lehrer benutzt werden.

Einer von zwei Kleiderschränken – Aufbau unter erschwerten Bedingungen

Passgenaue Wandregale für Schulmaterialien oder die Fortbildung der Erwachsenen

Unter den gegebenen Bedingungen und mit den vorhandenen Mitteln sind wir mit dem Erreichten sehr zufrieden. Mehr war in der kurzen Zeit und ohne „Einarbeitung“ in die örtlichen Gegebenheiten nicht möglich. Eine große Herausforderung ist, das Ergebnis nicht mit der sonst gewohnten Effizienz zu vergleichen. Bei der Zielerreichung waren vor allem schier endlose Geduld, Improvisation, Kreativität und Fokussierung auf das übergeordnete Ziel gefragt.

So musste Konrad für den Bau des Regals erst einmal einen Winkel bauen (aus Holz, maßgeblich war eine Bodenfliese), eine Wasserwaage kaufen die auch wirklich präzise misst (wir haben ca. 4 Ausführungen durchprobiert, bis ein einigermaßen akzeptables Modell zu finden war) und mit Keilen und Holzstücken eine Art „Schraubzwinge“ zum Verleimen der Holzbretter herstellen.

Die vielen Gespräche und der Austausch von Ideen und Gedanken für die weitere Ausstattung der Schule / des Geländes kann man zwar nicht sehen, sie waren aber trotzdem ein wichtiger Bestandteil unseres Aufenthalts. Wir haben über die lokalpolitische Situation gesprochen, Möglichkeiten der Wasserversorgung sowie Stromerzeugung mit Wind und Sonne beleuchtet, die Notwendigkeit von Straßenbau erörtert, über die Optimierung des Ackerbaus (natürlich biologisch-organisch) diskutiert, und uns über Aufforstungsideen und Gartenbaumöglichkeiten ausgetauscht. All diese Themen sind bereits bei Woudineh „auf dem Schirm“ und ich habe gestaunt, wie visionär hier bereits gedacht wird.

Das war für uns spannend und zugleich auch inspirierend, Ideen und Erfahrungen auszutauschen.  Aus unseren vergangenen Reisen konnten wir auf die Expertise der israelischen Ben Gurion-Universität zum Thema „Begrünung der Wüste“ hinweisen und Ideen zur touristischen Entwicklung der Region teilen.

Die noch verbleibenden Tage nutzen wir nun zum „Urlaub machen“. Wir sind bis zum 18. November im Rift Valley Hotel in Adama und werden dann nochmal weiterziehen. Doch davon später mehr.

Abschiedsbild von der Schule

Tierisches

Heute möchten wir euch ein wenig mit der Fauna in Hadha und Umgebung bekannt machen. Dazu brauchen wir eigentlich nicht viele Worte zu verlieren – seht einfach selbst. Die Hyänen konnten wir leider nicht zu einem Fototermin überreden und die Moskitos in Adama bekommen hier kein Forum, weil wir auf sie verzichten könnten.

Unsere Arbeitswoche in Hadha

Die Woche begann mit einem Missverständnis: Wie am Freitag vereinbart wollten wir die besprochene, fertig gehobelte Holzlieferung am Montag bezahlen als sich herausstellte, dass das Sägewerk die Bretter noch nicht gehobelt hatte, weil wir nicht bezahlt hatten!? Leider war der Verantwortliche mit dem wir „erst die Leistung, dann das Geld“ vereinbart hatten, nicht aufzufinden. Also haben wir nochmals die Auswahl des Holzes vorgenommen, das Zuschneiden verfolgt und Konrad hat beim Hobeln mit angefasst. Nach der Bezahlung wurde vereinbart, dass die Lieferung am Mittwoch mit einem LKW auf die Baustelle erfolgen soll.

Jedes Brett wurde einzeln begutachtet bevor es in den „Warenkorb“ gelegt wird

Wir konnten dann endlich nach Hadha starten und der tapfere Taxifahrer hat uns wieder über die buckelige Piste auf die Baustelle gebracht.

Die folgenden zwei Tage haben wir damit zugebracht, zwei nicht fachmännisch abgebaute Kleiderschränke wieder zusammenzubauen. Das war ein ziemliches Puzzlespiel, zumal einige Elemente zerbrochen waren und auch Verbindungsmittel fehlten. Konrad blieb gar nichts anderes übrig, als mit Leim, Klebeband und Spaxschrauben die Teile wieder einigermaßen verwendbar zu machen. Als die beiden Schränke standen waren wir sehr froh, dass diese doch etwas undankbare Aufgabe erledigt war. So konnten wir uns dann ab Mittwochnachmittag unserer Holzlieferung zuwenden.

Aus dem ausgewählten Vollholz sollen zwei Regale entstehen, die direkt in Wandnischen eingebaut werden. Bevor es losgehen konnte hieß es erst einmal, die richtige Aufteilung festzulegen und dann die Einzelteile zuzuschneiden.

Die Träger für die Böden werden gehobelt und geschliffen

Schließlich ging es an die Endbehandlung der Trägerstücke, die gehobelt, gefast und geschliffen werden mussten. Auf der Veranda wurde indessen geschweißt, um ein Metallgeländer anzufertigen. So haben wir unsere Holzwerkstatt nach innen verlegt, um dem ständigen Lärm des Generators etwas zu entfliehen.

Unsere Indoor-Werkstatt

Am Dienstag haben wir auch die Kinder kennengelernt. Die Ernteferien sind vorüber und die ca. 25 Schüler kommen jeden Morgen fröhlich zur Schule.

Schüler und Lehrer auf der Veranda des Hauptgebäudes

Einführung ins Frisbee-Spiel in der Pause

Die beiden Lehrer freuen sich über unsere Unterstützung und packen gern mit an.

Unterstützung durch einen der Lehrer beim Bau der Regale

Unsere Arbeitswoche haben wir abgeschlossen, indem wir mit Woudineh nach Addis Abeba gefahren sind, um verschiedene Optionen für eine Solaranlage anzuschauen. So konnten wir uns verschiedene Pakete anbieten lassen, je nachdem, wieviel Strom erzeugt werden soll. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass der Betrieb eines Elektroherdes eine unverhältnismäßig hohe Investition in die Solarausrüstung bedeuten würde, sodass die Kochgelegenheit nun durch einen Gasherd ermöglicht werden soll, was die Stromversorgung mit Solar zu einer finanzierbaren Möglichkeit macht.

Die kommenden anderthalb Wochen werden wir nun in Adama im Hotel übernachten und morgens jeweils zur Baustelle fahren. Gerade abends ist es doch sehr meditativ und überschaubar in Hadha und wir haben das Bedürfnis nach etwas mehr Leben und Verbindung zur Außenwelt.

Infrastruktur in Hadha

Schon bald nach unserem Einzug hat sich Konrad um die Stromversorgung gekümmert. Die Solarpanels wurden aufgehängt und mit den Powerbanks verbunden, um unsere Kommunikationsgeräte und Akkus für die Werkzeuge aufladen zu können. Wir haben hier auch einige Solarlampen vorgefunden, die in die Räume verteilt wurden. So sind wir ab 18:30 Uhr nicht nur auf unsere Stirnlampen angewiesen. Die Stromversorgung ist gesichert und unsere Geräte können betrieben werden.

Unser Elektrizitätswerk

Für unseren Kontakt zur Außenwelt haben wir einen Surfstick mit äthiopischem Netz, der uns sehr langsames Internet beschert, das gerade mal reicht, um Nachrichtenseiten anzuschauen. An das Hochladen von Bildern und Texten ist nicht zu denken und muss auf die Wochenenden verschoben werden, die wir in Adama verbringen.

In den letzten Tagen wurden Bäder eingerichtet, die in Richtung Entsorgung bereits funktionieren. Einen Wasserzulauf gibt es jedoch noch nicht und so wird die Toilette mit etwas Wasser aus dem Kanister nachgespült und fürs Zähneputzen und Waschen verwenden wir Trinkwasser aus Flaschen.

Die Wasserversorgung ist hier sehr zuverlässig. Jeden Morgen beliefert uns ein Dorfbewohner mit Wasser, das aus einigen Kilometern Entfernung beschafft wird. Es gibt zwei Qualitäten: Teichwasser und klares Wasser, beides für Europäer nicht trinkbar. Die vierbeinigen Transportmittel (Esel) kennen den Weg schon auswendig und nutzen die Entladezeit für einige Schlucke aus der großen Tonne (ausgedientes Ölfass). Unser Trinkwassernachschub wurde per Motorrad angeliefert – ein netter Mensch aus Adama hatte sich die zwei 6-Liter-Packs auf den Gepäckträger geschnürt.

Am Freitag (2.11.) haben wir die Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen, da doch einiges an Verpackungsmaterialien angefallen war. Der Lehrer und ein Dorfbewohner haben bei der Konstruktion unterstützt und es gab einen Echtzeit-Testlauf, bis die notwendigen Belüftungsklappen an der richtigen Stelle eingeschnitten waren und die Anlage ihre endgültige Position gefunden hatte. Nun kann die Entsorgung just-in-time und wohnortnah erfolgen ;).

Unsere „Müllverbrennungsanlage“

Kulinarisches aus Hadha

Wir hatten uns einige Lebensmittel von zuhause und auch aus Adama mitgenommen, um uns vor Ort versorgen zu können. Es hieß zwar, dass einiges vorhanden sei, was das aber genau ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Umso überraschter waren wir, als wir bei unserer Ankunft mit einer echten äthiopischen Kaffeezeremonie empfangen wurden. Dazu werden in einer kleinen transportablen Feuerstelle Holzkohlen entzündet und darüber in einem kleinen Pfännchen die noch grünen Kaffeebohnen geröstet.

Die transportable Feuerstelle mit Holzkohlen

Die noch ungerösteten grünen Kaffeebohnen

Damit das auch alles angenehm duftet, wird parallel in einem kleinen Räucherschälchen eine Mischung aus Kräutern und Harzen verbrannt.

Räucherschälchen

Sind die Kaffeebohnen geröstet, wird auf die Holzkohle ein Kessel mit Wasser gesetzt. Während das Wasser erhitzt wird, werden die Bohnen von Hand in einem Holzmörser gemahlen. Der gemahlene Kaffee wird dann in eine bauchige Tonkanne mit schlankem Ausguss gegeben und mit dem Wasser übergossen. Diese Mischung wird dann nochmals auf dem Feuer erhitzt. Das Ergebnis ist ein sensationell guter Kaffee, der mit viel Zucker gereicht wird.

Kaffeezeremonie in Hadha

Wer bei dieser Beschreibung an eine langwierige Prozedur denkt, hat völlig recht. Trotzdem wird diese Zeremonie mindestens einmal täglich durchgeführt und zwar im Haus. Wenn die Rauchentwicklung zu stark wird, kann man die Tür öffnen. Dieses Bedürfnis haben aber anscheinend nur wir.

Für Essen und Trinken ist hier Burte zuständig. Sie ist Mitarbeiterin der äthiopischen NGO und anscheinend für unser leibliches Wohl eingeteilt. Und das macht sie so nett und aufmerksam, dass es für uns schon ein wenig unangenehm ist. Wir waren nicht darauf eingestellt, dass uns hier Vollpension erwartet!

Wer schon einmal ein äthiopisches Restaurant besucht hat, kennt bestimmt die Nationalspeise Injera mit Wot. Injera ist ein großer, flauschiger Pfannkuchen aus Sauerteig, der aus Teffmehl zubereitet wird. Eine Frau aus dem Dorf scheint die Injera-Herstellung für die Baustellenverpflegung übernommen zu haben. Der Fladen wird dann mit allen möglichen ragoutähnlichen Mischungen (mit und ohne Fleisch) oder scharfen Gewürzpasten (das ist das „Wot“) serviert. Gegessen wird bestecklos: mit einem abgerissenen Stück Fladen wird das Wot aufgenommen und in den Mund gesteckt.

Zum Frühstück gibt es hier auch schon mal Reis mit Karotten oder andere herzhafte Speisen, die wir eher ab Mittag zu uns nehmen würden. Es ist also durchaus nichts besonders, dreimal am Tag eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Bislang hat unsere Verdauung die äthiopische Küche prima vertragen. Die Schärfe ist manchmal etwas ungewohnt, gehört aber irgendwie dazu. Und wir sind gespannt, welche Köstlichkeiten noch auf unserem Teller landen.

Erste Begegnungen – erste Erfahrungen

Unseren „Umzug“ nach Hadha haben wir nach anderthalbstündiger Holperfahrt mit durchschnittlich 15 km/h erfolgreich hinter uns gebracht. Das dreirädrige Taxi kam wieder zum Einsatz und fuhr uns mit Sack und Pack ins Hochland. Neben einem Gefühl der Unsicherheit überwog trotzdem die Freude, unseren Wohn- und Arbeitsplatz auf Zeit einnehmen zu können und uns packte der Tatendrang.

Obwohl zwischen unserer ersten Besichtigung und dem jetzigen Einzug zwei Tage intensiven Arbeitens gelegen hatten, war ziemlich schnell klar: wir ziehen in eine Baustelle. Unser Bett ist der einzig saubere Rückzugsort, ansonsten gibt es hier noch jede Menge zu tun.

Es gibt in Hadha zwar keine Moskitos, aber das Netz gibt richtiges Afrika-Feeling

Gegen Abend versammelten sich einige Dorfbewohner vor dem Gebäude. Neugierig und ein wenig schüchtern wollten sie wohl einen Blick auf ihre neuen Nachbarn werfen. Wir haben eine herzliche Begrüßung erfahren und ich empfand tiefen Respekt vor diesen Menschen, die unter widrigsten Bedingungen ihr Leben meistern müssen.

Einige Dorfbewohner schauen auf einen Besuch vorbei

Unser erstes Projekt ist die Aufarbeitung der bereits vorhandenen Bank-Tisch-Kombinationen. Da die Kinder in dieser Woche Ernteferien haben, ist die Zeit günstig, die Sitzgelegenheiten auszubessern, scharfe Kanten abzurunden und Unebenheiten soweit wie möglich abzuhobeln.

Am Donnerstagmorgen haben wir uns die restlichen Kombinationen vorgenommen. Ein Dorfbewohner beobachtete mich aufmerksam beim Hobeln und deutete dann an, dass er die nächste Bank übernehmen wolle. Also hat Konrad ihn ins Hobeln eingewiesen und ich habe ihm danach gezeigt, wie die Kanten erst mit 80er und dann mit 120er Schleifpapier nachbehandelt werden müssen. Es war so schön zu beobachten, dass er dabei sichtlich Spaß hatte und es für ihn anscheinend eine völlig neue Erfahrung war.

Gemeinsames Hobeln und Schleifen

Gerade diese Erlebnisse sind es, die bestätigen, dass die Nutzung des Schulgebäudes auch für Erwachsenenbildung eine gute Entscheidung ist.