Shopping for Solar

Auf nach Addis – in die Stadt des ewigen Staus. Vorteil dabei, man sieht viel von der Umgebung, wir passieren die Botschaften von Groß-Britannien, Belgien, Kenia und Russland und schauen dem geschäftigen Treiben der Menschen zu. Obwohl wir ja nun schon einige Male in der Stadt waren, stutze ich jedes Mal wieder, wenn mitten im dichtesten Verkehr die Rinder oder Esel die Straße kreuzen und von den Fahrzeugen wie selbstverständlich umfahren werden. Das ist nur möglich, weil sich die Blechlawine im Schneckentempo fortbewegt und die Verkehrsteilnehmer das eben auf dem Schirm haben.

Ganze drei Stunden haben wir im Solarshop verbracht und dabei geplant, gezeichnet, telefoniert, Ware begutachtet, Kabel abgelehnt, umdisponiert, uns beraten und schließlich mit zwei dicken Bündeln Geldscheinen bezahlt und eine ordentliche Rechnung in den Händen gehalten.

Es war kompliziert…
Zwei Bündel Äthiopische Birr

Wir haben die „Einkaufsmeile“ beladen mit 4 Panels, drei Batterien, einem Wechselrichter und einem Laderegler verlassen. Den zweiten Wechselrichter und die passenden Kabel werden in den nächsten Tagen abgeholt – da war der Lagerbestand wohl nicht für unseren Einkauf ausgelegt.

Allein das Verpacken und Verladen war ein Erlebnis für sich und wir haben uns schließlich gegen 16:30 Uhr in Richtung Adama bewegt – nicht ohne unsere leeren Mägen vorher in einer Pizzeria mit eigenem Autowächter zu füllen.

Die Panels werden transportsicher gemacht.

Kurz vor Adama sehen wir uns dann mit einem überhitzten Motor konfrontiert. Wir fahren rechts ran und es stellte sich heraus, dass das Wasser im Kühler im Prinzip nicht mehr vorhanden war. Es war inzwischen dämmrig geworden und die ersten Hyänen machten sich bemerkbar (UUUUU-hu!). 

Nachdem wir unseren gesamten Vorrat an Trinkwasser in den Kühler geschüttet haben, sind wir noch ein Stück weitergefahren, nur um dort wieder einen Pause einzulegen. Zwischendurch hat die Streckenaufsicht unser Pannenfahrzeug wenigstens mit einer Pylone notdürftig abgesichert und wir haben nach weiterem Warten die Strecke bis zur nächsten Mautstation geschafft.

Kannenweise Wasser für den durstigen Toyota

Dort wurden wir von einem bewaffneten Angestellten mit ausreichend Wasser versorgt, sodass wir unsere Fahrt nach Adama fortsetzen konnten. Am Stadteingang mussten wir noch eine Polizeikontrolle mit Taschencheck und Ladungsprüfung hinter uns bringen, bis wir kurz vor Mitternacht in unsere Betten sinken konnten.

Baustellenbesichtigung 

Auf nach Hadha, dem Schulstandort und zukünftigen Installationsort der Solaranlage. Begleitet wurden wir von einem Metallarbeiter, der die Planungen für die Unterkonstruktion unterstützt. 

Es war gar nicht so einfach, den optimalen Standort zu finden und dabei nicht die bestehenden Pflanzungen zu beeinträchtigen. Oder zu überlegen, wie hoch die Bäume in einigen Jahren sein werden und wie genau der Schatten des Gebäudes im Tagesverlauf wandert.

Schließlich ergab sich ein Plan, der auf Pappkarton festgehalten wurde.

Das ist mal ein Plan!

Damit ausgerüstet, konnten wir in Adama den Metallverkauf aufsuchen. Die Auswahl war durchaus in Ordnung, der Diskussionsbedarf riesig, das Auswahlverfahren kompliziert. Das Geschäft wurde besiegelt, eine Rechnung ausgestellt und der Transport per Pferdekarren organisiert, da die langen Stangen nicht mit dem Toyota zu transportieren waren. Ein weiterer Schritt ist getan.

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