Die Installation beginnt

Nach den notwendigen Vorarbeiten geht es jetzt an das Verlegen von Kabeln, die Platzierung der Akkus und der Wechselrichter sowie dem Aufschrauben der Module.

Für die Platzierung von Akkus und Wechselrichtern wurde eine stabile Konstruktion angefertigt – hier werden die Akkus platziert.

Bei einem Probelauf für die Befestigung der Module mussten wir feststellen, dass ein Panel einen dünneren Rahmen hat als die anderen drei. Also muss hier etwas improvisiert werden, indem wir ein Metallstück anfertigen, das die Distanz ausgleicht.

Die optimale Befestigung der Module wird getestet.

Neben der Unterstützung beim Aufbau habe ich nach einer fachlichen Einweisung Kabelabschnitte abisoliert, mit einer Klemme versehen und nach dem Fixieren mit Isolierband isoliert.

Ein ganz neues Betätigungsfeld…

Die Abschnitte dienen dazu, die Batterien in Reihe zu schalten und mit den Wechselrichtern zu verbinden. Für die Kabelzuführung von den Panels bis zu den Wechselrichtern haben wir auch eine sehr solide Lösung gefunden. Die Kabel werden in Kunststoffrohren verlegt und die Brücke von der Panelkonstruktion zum Haus wird zusätzlich mit einem Vierkantmetall verstärkt. Damit können wir verhindern, dass sich die Kabel durch den Wind bewegen und das Material über die Zeit leidet oder sogar zerstört wird.

Konrad prüft die Metallbrücke, in der ein Kunststoffrohr für die Kabel verlegt wird.

Während wir den ganzen Tag hier in Hadha verbringen, werden wir bestens mit traditionellem äthiopischen Essen versorgt: Injera und Wot. Bei Injera handelt es sich um einen sehr fluffigen Pfannkuchen aus Sauerteig und das Wot sind verschiedene Soßen, Ragouts oder Breie. Das Injera dient als Besteck und man nimmt damit das Wot auf und genießt beides gemeinsam.  Jede Mahlzeit wird mit einem köstlichen Kaffee nach traditioneller Zubereitung abgeschlossen.

Wenn für die Schweißarbeiten nicht der Generator laufen würde, dann könnte man sich sogar hier auf dem Sofa eine Mittagspause gönnen.

Heute habe ich auch mit Yirgu, dem Lehrer, die geplanten Aktivitäten mit den Kindern besprochen. Wir haben das vorhandene Material gesichtet und überlegt, wann wohl der beste Zeitpunkt ist. Ich persönlich fände es ja gut, wenn wir mit der Solaranlage aus dem Gröbsten heraus wären, damit wir beide die Kinder bei ihrem Tun begleiten können. Doch davon berichten wir später mehr.

Wir besprechen die geplanten Aktivitäten.

Querschnitt oder Durchmesser – das ist hier die Frage!

Ein Solarshop ohne passende Kabel – gibt es das? Anscheinend schon, denn die Lieferung der bestellten Ware gestaltet sich schwierig. Die benötigten Kabel müssen drei Kriterien erfüllen: Querschnitt 4 mm2, flexibel, UV-beständig. In einem weiteren Telefonat mit dem Verkäufer wurde uns vermittelt, dass diese Spezifikation nicht zu bekommen ist, weder im eigenen Laden, noch bei ähnlichen Unternehmen in der näheren Umgebung.

Was tun? Zuerst einmal haben wir uns in einer interessanten Diskussion verstrickt, die aufgrund der englischen Konversation ins Spiel kam. Sind die „4 mm2“ nun der Durchmesser oder der Querschnitt? Und was genau ist der Unterschied? Alle Elektriker, Physikbegeisterte und Techniker mögen mir verzeihen, dass diese Frage überhaupt ein Thema war. Für alle, die genau wie ich die Definition nicht nachts im Schlaf aufsagen können, hier die Lösung:

So, damit wäre das auch geklärt!

Shopping reloaded

Eine weitere Fahrt nach Addis Abeba ist fällig. Wir quälen uns tapfer durch den Stau, den Staub und die Abgase und steuern zuerst einmal einen Kabelshop an. Hier werden wir verstanden, zumindest inhaltlich. Wir erwerben meterweise Kabel, passende Schutzrohre und diverses Zubehör. Schließlich fehlt jetzt nur noch der zweite Wechselrichter und die Erstattung des bereits bezahlten Kabels. Also bewegen wir uns ein weiteres Mal in den Solarshop, nur um zu erfahren, dass der Wechselrichter immer noch nicht vom Lagerhaus geholt wurde. Wir werden mal wieder vertröstet und verbringen die Wartezeit von einer Stunde in einem Bistro mit direktem Blick auf unser Fahrzeug.

Unser Fahrzeug mit den Materialien immer im Blick

Ich muss gestehen, dass ich an diesem Punkt nicht mehr so zuversichtlich war, dass wir unsere Ware auch rechtmäßig erhalten. Als dann schließlich Konrad mit dem Wechselrichter unter dem Arm aus dem Laden kam, war ich erleichtert und dankbar, dass wir nun endlich die Installation starten können.

In den vergangenen Tagen hat sich in Hadha jedoch bereits einiges getan. Der Metallfachmann hat bereits die Unterkonstruktion angefertigt und die Aufbewahrung für Akkus und Wechselrichter zusammengeschweißt. Man kann sich jetzt schon richtig ausmalen, wie die kleine Anlage später aussehen wird. Zusätzlich hat die Platzierung der Unterkonstruktion bestätigt, dass der Stellplatz wirklich der richtige ist und die maximale Sonneneinstrahlung einfangen kann.

Tatkräftige Unterstützung beim Bau der Unterkonstruktion